Buschwindröschen
Gestern habe ich einen kleinen Ausflug mit Rad zu den Buschwindröschen gemacht, die in dieser Jahreszeit flächendeckend den Boden der Dalbekschlucht in Börnsen schmücken. Solange die Blätter der Buchen noch nicht herausgekommen sind, haben diese Frühblüher beste Bedingungen: ein zauberhafter Anblick für die Frühjahrshungrigen.
Ein Süddeutscher wird vielleicht abschätzig lächeln, wenn er das Wort Schlucht hört. Aber für unsere norddeutsche Landschaft ist diese Miniatur ein außerordentliches Schmuckstück: das Bächlein Dalbek stürzt auf zwei Kilometer den Geesthang hinab und hat dabei ein freies Spiel. Da das jetzt ein Naturschutzgebiet ist, wird der Buchenwald nicht bewirtschaftet. Das Wasser unterspült Wurzeln, Bäume kippen um und der Bach muss seinen Lauf ändern. Kleinste Zuflüsse tun ihr Übriges und verändern den Hang zusätzlich, indem sie sich in die Seitenränder „hineinschneiden“.
Überhaupt: der Geesthang! Ein Relikt der letzten Eiszeit, der sich von Geesthacht bis nach Wedel quer durch Hamburg zieht. Nur Alster und Bille haben ihn durchbrochen. So ist dann ja auch Hamburg entstanden: an einer Alsterfurt kurz vor der Mündung in die Elbe.
Den mächtigen Hang erlebt man nirgends so gut wie auf dem Hangweg hinter dem Sternwarten- und Friedhofsgelände (Schwassmannhöhe). Fast senkrecht fällt der Hang hinunter in die Marsch zur Rothenhauschaussee ab. Man kann sich richtig vorstellen, wie hier am Ende der letzten Eiszeit die Urstromtalelbe dieses Steilufer in die Endmoräne fräste.
Ich bin für diesen Kurzausflug mit der S-Bahn bis Bergedorf gefahren und habe dann gleich hinter der Fußgängerzone einen Parkstreifen nutzen können, der von der Schulenbrooksbek begleitet wird: ein schmaler Park- und Kleingartenstreifen, der links und rechts von alten, gründerzeitlichen Villen flankiert wird. Ein Brook ist ja eine sumpfige Niederung. Das Überraschende ist, dass hier auf der Geesthöhe noch ein kleines Tälchen ist, das von der Schulenbrooksbek in Ost-Westrichtung entwässert wird; und nicht – wie man annehmen könnte – auch den Hang hinunterstürzt.
Sie fließt also Richtung Bergedorf Stadtmitte und verschwindet dann irgendwann unter der Bebauung und entwässert in den Brookwetterung und damit indirekt in die Doveelbe.
17 km




















