Sommerreise 2026.Der Film
Der Film zur Reise ist fertig; jetzt hier und auf der Videoseite zu sehen.
Sommerreise 2026
Zusammenfassung
Das Fazit unserer Sommerreise ist positiv.
An- und Abreise
Da wir im Norden wohnen, ist die Anreise für uns vergleichsweise einfach und ließ sich sehr kurzfristig bewerkstelligen. Bei Anreise mit dänischen Nahverkehrszügen (GoCollective) ist auch keine langfristige Buchung nötig (und auch nicht möglich). Ein extra Fahrradtagesticket muss aber gebucht werden. Ich habe unsere Tickets auf dem Handy mit der App Rejsebillet gebucht. Mit den Intercityzügen der dänischen Staatsbahn haben wir bis jetzt keine Erfahrung. Deren Website sagt allerdings, dass in den Sommermonaten eine Fahrradplatzreservierung nötig ist. Und wenn man schon mit grenzüberschreitendem IC anreist, braucht man die sowieso.
An den kleinen Haltpunkten sind die Bahnsteige nicht im Niveau angepasst. Da muss man mit dem gepackten Fahrrad schon mal eine Stufe überwinden. Die kleine Verbindungsbahn der NEG zwischen Niebüll und Tönder hat mehrere Stufen. Der Zugführer hält aber eine kleine, klappbare Führungsschiene bei Bedarf bereit.
Wetter
Das Wetter ist so eine Sache. Diesen Sommer hat es gut gepasst und war das Mittel der Wahl, um der Hitzeglocke im Süden und der Mitte Europas zu entkommen. Wir haben aber auch auf unseren WetterApps schon Sommer in Nordjütland gesehen, die sehr ungemütlich waren.
Aber wenn das Wetter passt, ist Dänemark ein Traum!
Wichtig ist aber auch immer die Windrichtung. Im Norden und Westen Dänemarks kann der Wind von vorn den Tourgenuss trüben.
Orientierung
Ich fahre gern mit Navi und studiere auch gern vorher die Karten. Aber Dänemark ist so gut organisiert, dass man auch nur nach Schildern fahren könnte. Alle Fern- und Regionalrouten sind so perfekt ausgeschildert, dass man sich als Radfahrer in Dänemark willkommen fühlt.
Danke Dänemark!
Übernachtung
Es gibt viele Zeltplätze in Dänemark, und dazu ist es gepflastert mit Sheltern und freien Übernachtungsplätzen für Wanderer und Radfahrer (App Shelter Denmark auf dem Handy)
Die Campingplätze in Dänemark sind etwas teurer als bei uns, aber meist sehr gut ausgestattet mit Küchen, Aufenthaltsräumen, oft auch ein Kiosk oder Imbiss, teilweise mit einem Supermarkt nebenan. Manchmal gibt es eine separate Zelterwiese.
Verpflegung
Verglichen mit Frankreich ist man in Dänemark natürlich in der kulinarischen Diaspora. Aber in den Küchen der Campingplätze (keine Töpfe!) kann sich jeder (nach entsprechendem Einkauf) nach seinen Bedürfnissen verwirklichen. Die Preise für Lebensmittel sind etwas über dem deutschen Durchschnitt.
Tourismus
Die Westküste ist sehr gut besucht, besonders von Deutschen. Da geht es in den Sommermonaten keineswegs ruhig zu. Im Inneren des Landes - z.B. am Limfjord - findet man noch große Ruhe und landschaftlich sehr schöne, einsame Gebiete.
Wenn dann die Sonne scheint, kann man die Natur und die Landschaft in vollen Zügen genießen.
Wegequalität
Manchmal muten uns die Radwegplaner Gravelstrecken zu. Der Schotter ist in Dänemark etwas gröber und macht das Radeln mit schwerem Gepäck manchmal beschwerlich. Gepäckradler mit breiteren Reifen sind dann gut aufgestellt.
Bezahlen
Fast überall kann man mit Karte bezahlen.
Im Landesinneren sind häufig kleine Selbstbedienungsstände z.B. mit Erdbeeren. Hier ist es gut, etwas Kleingeld dabei zu haben, die man in die bereitgestellte Kassette tut.
Cafés sind im Inneren des Landes dünn gesät.
Camping buchen
Campingplätze kann man – z. B. am Tag vorher – fast immer online buchen. Wir haben das gemacht, weil es uns ein sicheres Gefühl gab. Kommt man nur mit Zelt, ist aber sicher meist noch ein Plätzchen frei. Nur die populären Campingplätze an der Küste können schon mal ausgebucht sein. Da lohnt manchmal – wenn keine Buchungstool vorhanden ist - ein vorheriges Telefonat. Meist kann man sich auf Englisch verständigen.
Heimreise
Am Morgen packen wir in Vejers alles in Ruhe zusammen und machen uns auf den Weg ins 24 km entfernte Varde.
Der stramme Westwind hilft uns wieder.
Heute also zurück nach Haus. Denn am Wochenende wird es ungemütlich hier oben.
In Varde machen wir beinahe einen Fehler: gewöhnt an die einsamen, personalfreien Bahnhöfe stellen wir uns zuerst in Varde-West auf. Der Zug, der hier fährt, würde uns allerdings nur zurück Richtung Küste bringen. Das merken wir dann aber, düsen durch die Stadt zum größeren Bahnhof, haben da etwas Wartezeit und können dann gemütlich in den Zug nach Tondern steigen. Es läuft wie gehabt: in Tondern umsteigen in die kleine Verbindungsbahn der NEG (sehr hoher Einstieg, aber der Zugführer hat eine kleine, klappbare Führungsschiene, sodass man die Fahrräder hochschieben kann).
In Niebüll gibt es dann einen Bahnsteigwechsel (Fahrstuhl). Der Zug nach Hamburg steht schon bereit; aber es ist genügend Zeit. Wegen der vielen Bahnbaustellen in HH fährt der Zug nur bis Pinneberg, wo wir dann in die S-Bahn umsteigen. Die letzten Kilometer pedalieren wir dann nach Haus: alles lief sehr geschmeidig.
Die dänischen Fahrkarten habe ich wieder problemlos mit der App Rejsebillet gebucht (für 2 Personen und 2 Fahrradtagestickets des Bahnunternehmens GoCollective). Das Deutschlandticket gilt ab Tondern. Für den deutschen Teil mussten wir lediglich eine Fahrradtageskarte lösen.
Gestern waren wir ja schwer begeistert von dem 30 km langen Radweg durch die Dünenheide, diesem langen, geschwungenen Radweg mit den Aufs und Abs. Da kann ja weiter nichts besseres kommen!
Aber weit gefehlt:
Die heutige Route über Nymindegab und Henne nach Vejers war mindestens genauso schön und dazu sehr abwechslungsreich: Dünental im Mündungsgebiet des Mindestroms, Bahntrasse, hinter Henne wunderschöne Wege durch Wald und weite Dünenheideflächen. Alles auf der nationalen Route 1, der Vestkystrouten.