Dienstag, 15. September 2026

Hamburger Erkundungen (reloaded?)




  

Hamburger Erkundungen

 

Nach unzähligen Hamburger Erkundungen seit 2013, zwei Radtourbüchern über Hamburg und der Fernsehsendung Nordstory „rund um Hamburg mit dem Rad“ bleibt nicht mehr viel übrig: fast alle schönen Strecken innerhalb Hamburgs und an den Rändern sind „abgegrast“.

Aber das mindert ja nicht die Freude an diesen Strecken. Und man kann sie auch einmal in Gegenrichtung befahren: das gibt häufig neue Eindrücke!

So geschehen am letzten Donnerstag:

Die Wandse – Berner Au-Tour bin ich mal in Volksdorf gestartet. Als Schluss-Krönung dann der grandiose Blick an der Mündung der Wandse (aka Eilbek) in die Alster auf die Skyline von Hamburg. Dann wenige Meter nach Norden am Ufer entlang die abschließende Rast an der Alsterperle: das müsste sogar jeden eingefleischten Süddeutschen überzeugen. Ich habe die Tour mit Margrit gemacht. Und obwohl es nicht Postkartenwetter war, wurden wir beide andächtig beim Anblick der Skyline - neben uns der Cappuccino und das Pastel de Natas.

 



Auf der Tour gab es auch Neuerungen zu entdecken:

1. Am Hochholtwisch wird umfangreich an der Landschaft gebaut. Offensichtlich wird dort ein Teil einer Wiese vernässt, die Wege neu angelegt, Brücken erneuert und ein langer Steg gebaut. Das macht Freude zu sehen! Ich bin gespannt, es zu sehen und zu erfahren, wenn die Arbeiten abgeschlossen sein werden.

2. Die Arbeiten im Eichtalpark sind abgeschlossen, der Park wieder offen. Ich habe mir noch gar nicht alles angesehen, was die Landschaftsgärtner dort geschaffen haben.

3. Offensichtlich wird auch am Lückenschluss des Wanderweges auf Höhe der Wandsbeker Königstraße gearbeitet. Eine neue Brücke und Erdarbeiten waren schon zu sehen. Das hat mich sehr gefreut und ist doch eine Nachricht wert!

4. Der Weg unter der Schwanenwikbrücke ist wieder offen, in der Hartwicusstraße wird noch gebaut.

5. Und die Radwege an der Hohenfelder Brücke sind ja schon vor einer ganzen Weile sehr angenehm wiederhergestellt worden: Unser Schmuckstück Außenalster kommt auch an dieser Stelle sehr gut zur Geltung.

21 km 

 der Track dazu

6. Apropos Alster: an einem der letzten warmen Sommertage habe ich noch einen sonnigen Nachmittag im Barca - einer dieser Wasser-Steganlagen - „gechillt“: auch eine Option am Ende einer Radtour.

 


 

Am Freitag dann bin ich mit Miriam und Martin die Strecke Stellingen-Lurup-Sülldorf-Blankenese-Elberadweg getourt – bei idealem Radwetter, mit einer ausführlichen Pause  unten an der Elbe mit allem, was dazu gehört:  Schiffssichtungen, Fischbrötchen und mehr.

 


ca 30 km
der Track dazu

Samstag ging es nach Glinde an die Glinder Au zum Schlehen pflücken. Daran schloss sich dann der Bahntrassenradweg Richtung Trittau an. Rechtzeitig vor Lütjensee bogen wir dann auf verschwiegenen Wegen nach Großhansdorf ab, wo uns nach einem kleinen Eisbecher die U-Bahn wieder in heimatliche Gefilde brachte: herrlich! 

 
 
 

 28 km


 

 

Mittwoch, 12. August 2026

An der Hamme

  

An der Hamme

 

Nach unserer Dänemarkreise haben wir noch drei Tage am Hammehafen bei Worpswede verbracht. Der Platz war nach unserem Kennenlernen 2018 ein Sehnsuchtsort geworden. Mit den Fahrrädern auf dem Dach unseres Kleinwagens konnten wir den unkompliziert ansteuern.

Der Hammehafen ist eine Kombi aus Hafen für nostalgische Torfbootfahrten, Paddelbootverleih, kleinem Campingplatz und einem idyllischen Biergarten am Ufer der Hamme. Nebenan mit dem sogenannten Hammestrand ist dann noch eine beliebte Badestelle. Und gleich wiederum daneben noch das Restaurant Neu-Helgoland. Ansonsten ist man nur von der Natur des Teufelsmoor umgeben: eine breite, grüne Schneise mit Gewässern.

Die sich bis nach Bremervörde erstreckende Niederung ist aus einem eiszeitlichen Schmelzwassertal entstanden. Sie wird durchflossen von der Hamme, die in die Wümme entwässert.

Und hier lässt es sich gut Radfahren! Die Wege sind sehr schön zurechtgemacht und auch sehr gut ausgeschildert.

 


 

 






an der Wümme im idyllischen Garten des "Wümmeblick"

 


 
 

 






Sonntag, 9. August 2026

  

Sommerreise 2026.Der Film 

 

Der Film zur Reise ist fertig; jetzt hier und auf der Videoseite zu sehen. 

 


Sonntag, 2. August 2026

Sommerreise 2026

  

Sommerreise 2026

 

Zusammenfassung


 

Das Fazit unserer Sommerreise ist positiv.

An- und Abreise

Da wir im Norden wohnen, ist die Anreise für uns vergleichsweise einfach und ließ sich sehr kurzfristig bewerkstelligen. Bei Anreise mit dänischen Nahverkehrszügen (GoCollective) ist auch keine langfristige Buchung nötig (und auch nicht möglich). Ein extra Fahrradtagesticket muss aber gebucht werden. Ich habe unsere Tickets auf dem Handy mit der App Rejsebillet gebucht. Mit den Intercityzügen der dänischen Staatsbahn haben wir bis jetzt keine Erfahrung. Deren Website sagt allerdings, dass in den Sommermonaten eine Fahrradplatzreservierung nötig ist. Und wenn man schon mit grenzüberschreitendem IC anreist, braucht man die sowieso.

An den kleinen Haltpunkten sind die Bahnsteige nicht im Niveau angepasst. Da muss man mit dem gepackten Fahrrad schon mal eine Stufe überwinden. Die kleine Verbindungsbahn der NEG zwischen Niebüll und Tönder hat mehrere Stufen. Der Zugführer hält aber eine kleine, klappbare Führungsschiene bei Bedarf bereit.

Wetter

Das Wetter ist so eine Sache. Diesen Sommer hat es gut gepasst und war das Mittel der Wahl, um der Hitzeglocke im Süden und der Mitte Europas zu entkommen. Wir haben aber auch auf unseren WetterApps schon Sommer in Nordjütland gesehen, die sehr ungemütlich waren.

Aber wenn das Wetter passt, ist Dänemark ein Traum!

Wichtig ist aber auch immer die Windrichtung. Im Norden und Westen Dänemarks kann der Wind von vorn den Tourgenuss trüben.

Orientierung

Ich fahre gern mit Navi und studiere auch gern vorher die Karten. Aber Dänemark ist so gut organisiert, dass man auch nur nach Schildern fahren könnte. Alle Fern- und Regionalrouten sind so perfekt ausgeschildert, dass man sich als Radfahrer in Dänemark willkommen fühlt.

Danke Dänemark!

Übernachtung

Es gibt viele Zeltplätze in Dänemark, und dazu ist es gepflastert mit Sheltern und freien Übernachtungsplätzen für Wanderer und Radfahrer (App Shelter Denmark auf dem Handy)

Die Campingplätze in Dänemark sind etwas teurer als bei uns, aber meist sehr gut ausgestattet mit Küchen, Aufenthaltsräumen, oft auch ein Kiosk oder Imbiss, teilweise mit einem Supermarkt nebenan. Manchmal gibt es eine separate Zelterwiese.

Verpflegung

Verglichen mit Frankreich ist man in Dänemark natürlich in der kulinarischen Diaspora. Aber in den Küchen der Campingplätze (keine Töpfe!) kann sich jeder (nach entsprechendem Einkauf) nach seinen Bedürfnissen verwirklichen. Die Preise für Lebensmittel sind etwas über dem deutschen Durchschnitt.

Tourismus

Die Westküste ist sehr gut besucht, besonders von Deutschen. Da geht es in den Sommermonaten keineswegs ruhig zu. Im Inneren des Landes - z.B. am Limfjord - findet man noch große Ruhe und landschaftlich sehr schöne, einsame Gebiete.

Wenn dann die Sonne scheint, kann man die Natur und die Landschaft in vollen Zügen genießen.

Wegequalität

Manchmal muten uns die Radwegplaner Gravelstrecken zu. Der Schotter ist in Dänemark etwas gröber und macht das Radeln mit schwerem Gepäck manchmal beschwerlich. Gepäckradler mit breiteren Reifen sind dann gut aufgestellt.

Bezahlen

Fast überall kann man mit Karte bezahlen.

Im Landesinneren sind häufig kleine Selbstbedienungsstände z.B. mit Erdbeeren. Hier ist es gut, etwas Kleingeld dabei zu haben, die man in die bereitgestellte Kassette tut.

Cafés sind im Inneren des Landes dünn gesät.

Camping buchen

Campingplätze kann man – z. B. am Tag vorher – fast immer online buchen. Wir haben das gemacht, weil es uns ein sicheres Gefühl gab. Kommt man nur mit Zelt, ist aber sicher meist noch ein Plätzchen frei. Nur die populären Campingplätze an der Küste können schon mal ausgebucht sein. Da lohnt manchmal – wenn keine Buchungstool vorhanden ist - ein vorheriges Telefonat. Meist kann man sich auf Englisch verständigen.


 

Montag, 27. Juli 2026

Sommerreise 2026 (Schluss)

  

Heimreise

 

Am Morgen packen wir in Vejers alles in Ruhe zusammen und machen uns auf den Weg ins 24 km entfernte Varde.

Der stramme Westwind hilft uns wieder.

Heute also zurück nach Haus. Denn am Wochenende wird es ungemütlich hier oben.

In Varde machen wir beinahe einen Fehler: gewöhnt an die einsamen, personalfreien Bahnhöfe stellen wir uns zuerst in Varde-West auf. Der Zug, der hier fährt, würde uns allerdings nur zurück Richtung Küste bringen. Das merken wir dann aber, düsen durch die Stadt zum größeren Bahnhof, haben da etwas Wartezeit und können dann gemütlich in den Zug nach Tondern steigen. Es läuft wie gehabt: in Tondern umsteigen in die kleine Verbindungsbahn der NEG (sehr hoher Einstieg, aber der Zugführer hat eine kleine, klappbare Führungsschiene, sodass man die Fahrräder hochschieben kann).

In Niebüll gibt es dann einen Bahnsteigwechsel (Fahrstuhl). Der Zug nach Hamburg steht schon bereit; aber es ist genügend Zeit. Wegen der vielen Bahnbaustellen in HH fährt der Zug nur bis Pinneberg, wo wir dann in die S-Bahn umsteigen. Die letzten Kilometer pedalieren wir dann nach Haus: alles lief sehr geschmeidig.

Die dänischen Fahrkarten habe ich wieder problemlos mit der App Rejsebillet gebucht (für 2 Personen und 2 Fahrradtagestickets des Bahnunternehmens GoCollective). Das Deutschlandticket gilt ab Tondern.  Für den deutschen Teil mussten wir lediglich eine Fahrradtageskarte lösen.

 


 

Donnerstag, 23. Juli 2026

Sommerreise 2026 (14)

Gestern waren wir ja schwer begeistert von dem 30 km langen Radweg durch die Dünenheide, diesem langen, geschwungenen Radweg mit den Aufs und Abs. Da kann ja weiter nichts besseres kommen!

Aber weit gefehlt:

Die heutige Route über Nymindegab und Henne nach Vejers war mindestens genauso schön und dazu sehr abwechslungsreich: Dünental im Mündungsgebiet des Mindestroms, Bahntrasse, hinter Henne wunderschöne Wege durch Wald und weite Dünenheideflächen. Alles auf der nationalen Route 1, der Vestkystrouten. 

 












Vejers wird unsere letzte Station sein: morgen radeln wir nach Varde und werden den Zug nach Tønder entern, von wo es dann weiter geht nach Haus!
 


Mittwoch, 22. Juli 2026

Sommerreise 2026 (13)

Am Anfang des Tages stehen viele Fragen:
Wird das Wetter halten oder kommt Regen? Morgens drohen düstere Wolken und es gibt Sprühregen. Die Windstärke ist mit 46 km/h aus Nordwest angegeben. Wird es uns von Rad fegen?
Es wendet sich alles zum Guten: der Wind kommt schräg von hinten und gibt uns Schub, später kommt die Sonne heraus. Wie mörderisch der Wind ist, merken wir, wenn uns unser Weg mal kurz in westliche Richtungen führt. Aber meist geht es auf dem Nordseeküstenradweg südwärts wie geplant.
Am Anfang 12 km Schotterweg in schöner, flacher Landschaft. Mühsam, aber der Wind hilft.
 









Danach geht es in Søndervig auf die Landenge zwischen Meer und Ringkøbingfjord. Man hangelt sich durch die Ferienhaussiedlungen und ist dazwischen für 30 km auf einem Radweg in allerschönster Dünenlandschaft - kurz unterbrochen vom Touristenhotspot Hvide Sande.

















Das hier übertrifft Sylt bei weitem!
Wenn die Sonne auf die Dünenheide scheint, sendet sie ihren Duft aus und erinnert an unbeschwerte Kindheitsferien, als das Wort Dänemark gleichbedeutend war mit Paradies…
Am Ende der Landenge in Bjerregård liegt unser vorgebuchter Zeltplatz.



Sommerreise 2026 (12)

Dienstag
Heute habe ich nicht so gut geschlafen und bin vormittags etwas angeschlagen. Nicola dagegen hat das Tief von gestern überwunden.
Es gibt wieder ein hervorragendes Frühstück vor dem Zelt mit Blick auf den Fjord. Der Platz für die Zelter ist gut ausgesucht und urromantisch.



Wir schaffen knapp die Fähre um 9.30 Uhr über den Hvalpsund. 




Bis Skjern haben wir gemischtes Straßenprogramm; die letzten 13 km auf einer wunderbaren Bahntrasse, die uns fast direkt zum Bahnhof führt. (30 km)

Die Bahnfahrten mit 2x Umsteigen laufen angenehm und bescheren uns eine verlängerte Mittagspause.
(Die Fahrkarten buche ich auf dem Handy mit der App Rejsebillet.) 

Um 15 Uhr in Ulfborg beginnt dann die wahre Ptüfung: 17 km bei sehr starkem Gegenwind zum Campingplatz Vedersø Klit.
Der Zeltplatz ist ein Massending und wenig kuschelig; aber ab 22 Uhr wird es tatsächlich ruhig und wir schlafen tief, fest und lang.