Sonntag, 24. Mai 2026

Inselhopping 4

 Wie befürchtet hat der überdosierte Kaffeegenuss (…hat sooo gut geschmeckt!) mich länger wachgehalten. Und ich hatte ja auch kein Schlafdefizit…

Aber in Zeiten von Handy und E-Readern ist das kein Problem: man kann sich die Zeit vertreiben.

Die Nacht war wieder windstill und die Feuchtigkeit senkte sich auf Gras und Zelt. Dieses Mal habe ich das Außenzelt geöffnet gelassen: das machte es etwas besser mit dem Kondenswasserabzug. Aber eine Belüftung in Bodenhöhe macht bei so einem kleinen Zelt keinen Sinn…. Trotzdem habe ich dann spät, aber sehr gut geschlafen - schön warm in meinem kuscheligen Schlafsack!

Jeder Zeltplatz in Dänemark hat einen Aufenthaltsraum mit Kochgelegenheit. Dieser hier auch, wo ich dann praktischerweise mein Handy aufladen kann. Hier habe ich dann auch etwas abgewartet, dass die Sonne etwas höher steht und das Zelt abtrocknet. Ganz ist das nicht gelungen; ich werde es nachher im Garten bei Donald noch etwas nachtrocknen müssen. 

Und damit wäre auch geklärt, wo es heute hingeht: zu Donald und Trygve, die ein Wochenendhaus in Rosenkranz haben - quasi ein Katzensprung von der dänischen Grenze entfernt. Donald und ich kennen uns schon seit Jahrzehnten und mögen uns, obwohl wir uns nur alle paar Jahre mal sehen.

Aber von vorne: 

Um 9.00 Uhr bin ich am Fährterminal; die Fähre geht um 9.30 und fährt in 40 Minuten nach List auf Sylt. Zeit für einen Kaffee und ein Fischbrötchen.

Wenn man dann ins geschäftige List ausfährt, denkt man, dass Sylt überbewertet ist. Trotz des Vormittags viel mehr Trubel als noch auf Rømø. Wenn man dann aber auf der alten Bahntrasse durch das „Dünengebirge“ radelt, steht einem der Mund offen: so schön und so besonders ist das!! Sylt hat eben zwei konträre Seiten….






Ich bin dann schneller am Bahnhof in Westerland, als ich dachte. Mit der Bahn setze ich über aufs Festland und steige gleich in Klanxbüll aus und radele nach Rosenkranz.

Samstag, 23. Mai 2026

Inselhopping 3

Ich habe geschlafen wie ein Bär: über 9 Stunden; und das auf meiner alten Iso-Matte aus den 80igern: die ist unverwüstlich. Also ganz flach auf dem Boden: geht noch sehr gut!

Die Nacht war wieder sehr windstill und deshalb feucht. Obwohl ich das Innenzelt etwas offen gelassen habe, gibt es bei der Wetterlage immer noch Kondenswasser. Das Außenzelt wollte ich wegen Mücken nicht öffnen….Ich denke, dass der Premium-Tentmaker Hilleberg hier nicht das optimale 1-Personen-Zelt konstruiert hat.

Heute habe ich Zeit; die Rückfahrt über den Wattenweg habe ich wie gestern gegen 11 Uhr geplant: also viel Zeit zum Trocknen des Zelts. Und mein Zeltplatz auf Rømø ist vorgebucht und schon bezahlt.

Zum Frühstück habe ich gestern einen von diesen wunderbaren, dänischen 1-Liter-Joghurts erstanden (Birne-Banane: lecker!), den ich mit mitgebrachten Haferflocken und Granola mische: lecker!

Als ich den Müll wegbringe (außerhalb des Geländes), hält ein Autofahrer an und preist noch meine Leistung, mit dem Fahrrad gekommen zu sein. Er selber hätte das auch einmal gemacht, allerdings mit einem Fat-Bike. ACHTUNG: Highlight des Tages: er sprach dänisch und ich habe es verstanden!!!

Wir sprachen dann auf deutsch weiter. Er guckte auf seinem tablet auf die Gezeitentabelle und sagte, da sein kein Wasser mehr auf der Straße, erst heute Abend um 20 Uhr würde sie 5 cm unter Wasser stehen.

Also starte ich um 9.30 Uhr. Beim Brugsen kann ich - nach 2 Tagen ohne - eine Tasse (schlappen) Kaffee erstehen: Aah! Die Straße kann kommen.



Zurück schien mir der ganze Weg viel einfacher als gestern: ich bin ausgeruht, der Wind war in meinem Rücken und eigentlich waren nur 1,5 km hartes Schieben. Nach 10 km bin ich wieder auf dem Festland und steuere Vester Vedsted an: dort habe ich ein Café identifiziert, das um 11 Uhr aufmacht. 15 Minuten bis zu Öffnungszeit muss ich warten und werde dann aufs freundlichste begrüßt. Ich ordere Kaffee und einen Toast….. Dieser Ort ist so schön mit den zaunlosen, großen Grundstücken, den Bäumen, der lauen Luft und dem Duft des allgegenwärtigen Flieders, der gerade blüht und seinen Duft verführerisch um meine Nase wehen läßt: ich fange an zu träumen. So muß Radreise sein!


Nach dieser Traumpause kämpfe ich mich auf einem Gravelweg zurück zum Deichverteidigungsweg, der ja gottseidank durchgehend befestigt ist. Außerhalb des baumbestandenen Ortes bläst der Wind wieder heftig und fast von vorn. Trotzdem habe ich heute zum leichten Pedalieren gefunden: intelligent, wie ich bin, habe ich einfach zwei Gänge heruntergeschaltet und pedaliere langsamer. Ich habe ja Zeit! Und so habe ich den Gegenwind ausgetrickst!!!




Hier am Deich ist wieder die große Ruhe: ein Genuss! Nur ich und die See- und Wasservögel! 

Später lerne ich Selma kennen, die ihrem Herrchen voraus eilt. Mit Selbigem halte ich ein kleines Schwätzchen.

Später muss ich mehr ins Landesinnere abbiegen. Über Rømø liegen - wie angekündigt - dunkle Regenwolken, die mich hier aber verschonen. 



Als ich dann aber den Rømødamm entere, muss ich doch die Regenjacke herausholen. Der Damm hat einen Seitenstreifen für Fahrräder. Aber mit der Ruhe ist es vorbei: ein endloser Strom von Autos in Autobahngeschwindigkeit düsen an mir vorbei. Zusammen mit dem Gegenwind macht das keinen Spaß. Und der Damm ist fast 10 km lang!

Aber dann: als ich mich der Insel nähere, scheint wieder die Sonne, der Wind läßt nach. Rømø empfängt mich mit zärtlichen Armen. Und ich bin nicht der Einzige: man merkt sofort, dass Rømø eine Touristeninsel ist! Und da kommt gleich dieses weitläufige Gartencafé mit wunderbaren( und teuren) Torten um die Ecke: das habe ich mir jetzt wirklich verdient!! 



Allerdings muss ich mich beim Bestellen schnell für eine French-Press-Kaffeekanne entscheiden….ich bin etwas überfordert und nehme die mittlere ( natürlich zuviel Inhalt!). Später sitze ich am Tisch und der Kaffee schmeckt wun-der-bar. Als meine Hand zur dritten Tasse zuckt, denke ich mir: das wirst Du heute Abend bereuen..

Der Camping Komandørgaarden ist eine riesige Ferienanlage mit Hotel, Reiterhof, Hütten, Wohnmobilplätzen und auch Zelten: alles andere als kuschelig und auch schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Aber das wußte ich ja vorher. Dafür bin ich morgen schnell am Hafen für die Fähre nach Sylt.

Ich frage mich nur, warum die junge Dame an der Rezeption mir die Außenduschen mit Blick zum Wattenmeer so eindringlich empfohlen hat…


Zum Abendessen finde ich am Hafen noch ein Resto: Convenience auf gutem Niveau. Und wieder das leckere Bier der Vadehavs Bryggeri.



P.S. 

Jetzt noch ein Nachtrag zum Campingplatz:

Ein Waschhaus ist geschlossen, Renovierung bis Ende Juni angekündigt. Ein Wiederholercamper sagte mir dann, dass das letztes Jahr auch schon angekündigt war.

Aber es gibt ja noch ein anderes Waschhaus. Knappe Duschräume für die Größe der Anlage. Aber ich finde auf der  Rückseite noch Räume mit Klo und Dusche. Es riecht penetrant nach Desinfektionsmittel. Die erste Dusche ist mir zu versifft, die zweite ganz okay. Ich mache mich also bereit, treck mi ut und drehe dann den Wasserhahn auf: ein dünnes Rinnsälchen, das dazu trotz geduldigem Warten einfach nicht warm wird. 😡🤬

Daraufhin habe ich mir mal die Bewertungen der Anlage angesehen: grottig!

Man sieht hier zu viele Zeichen von Vernachlässigung; das bedeutet: zu wenig Personal, das sich kümmert und wohl zu wenig Geld, Dienstleistungen dazu zu kaufen: das riecht nach drohender Insolvenz…..


Freitag, 22. Mai 2026

Inselhopping 2

 Ich war dann heute morgen schon um 6.40 Uhr los - ohne Kaffee! Es war diesig und frisch.

Um 7.50 Uhr war ich schon wieder in Esbjerg. Auf der Fähre war dann Zeit für das von gestern übrig gebliebene Käsebrot. 

Das Schiff ist eine reine Pendelfähre. Für die kurze Überfahrt lohnt sich keine Restauration. Ich hatte schwer gehofft, im Hafen eine Kaffeestation zu finden - aber war nicht.

Durch Esbjergs Vororte ging es dann in die Spur: auf einsamer Piste auf der Landseite des Küstendeichs. Sehr schön, sehr einförmig, immer noch diesig mit dem beständigen Sound der Küstenvögel.




Ich will vorankommen wegen der begrenzten Niedrigwasserzeit. Um 10 Uhr lichtet sich endlich der Himmel, die Sonne wärmt jetzt, aber der Westwind frischt auf. Es wird mühsam. Zeit für einen mitgebrachten Riegel aus dem Gepäck.

Ich bin dann doch schneller, als ich dachte, und schon um 10.45 Uhr am Wattenweg bei tkm 45. Ich sehe schon einen Wagen von Mandø rüber kommen: das Wasser ist wohl schon abgelaufen. Das heißt: ich kann schon los. Die Passage wird mühsam: ungefähr die Hälfte muss ich wegen des gerölligen Untergrunds schieben. 




Wunderbar ist das Ankommen. Ich schaffe es noch vor der Schließzeit zum Laden, der nur vormittags geöffnet hat und auch den Campingplatz verwaltet.

Nach dem Aufbauen falle ich auf der Matte in den Schlaf…Die Vögel zwitschern.

Abendessen wieder im Mandø Kro - wie auf der letzten Dänemarkreise. Dazu das wunderbare Bier aus Ribe: Vadehavsbryg




Der Campingplatz ist klein, ein bisschen vintage, hat aber W-Lan und einen Aufenthaltsraum, wo ich jetzt gerade dieses hier schreibe und gleichzeitig mein Handy auflade.






     


Donnerstag, 21. Mai 2026

 Inselhopping 1


Ab in den Norden um 7.32 Uhr

Eine angenehme Bahnanreise von HH Altona mit Umsteigen in Niebüll. Der Anschlusszug nach Tønder wartet auf demselben Bahnsteig; ebenso der Anschlusszug inTønder nach Esbjerg. (4 Std 15). 

In der Fußgängerzone Esbjergs kein Geldautomat zu finden; an der Fanøfähre funktioniert der Ticketautomat nicht: ich darf umsonst mit.

Ich habe mir den südlichsten Ort Sønderho ausgesucht: da sind 12 km zu pedalieren. Die Sonne und der Duft nach Kiefern und Dünenheide bringen mich in Urlaubsstimmung. Und die Lerchen in den Lüften stimmen Jubelgesang an!

Der Zeltplatz hält, was ich mir von ihm versprochen habe: klein, etwas „abgerockt“, gemütlich, in der Dünenlandschaft. Der Betreiber ist neu (Deutscher, selber Radfahrer gewesen) und versucht behutsam zu modernisieren.

Nach dem Zeltaufbau düse ich ins Dorf: es gibt einen Supermarkt (Brugsen) und mehrere Cafés und Restaurants.

In einer Straße ist Partystimmung: der Erwerb eines alten, kleinen Hotels wird gefeiert mit Bier und HotDogs. Ich werde eingeladen zu Freibier und Gratis HotDog: das fängt ja sehr schön an! 



Der Zeltplatzbetreiber empfiehlt mir für die Rückfahrt morgen die Route am Strand….mal sehen.




Morgen muss ich mich nämlich sputen: um den tideabhängigen Weg nach Mandø nutzen zu können, muss ich es bei Ebbe tun (Niedrigwasserzeit 13.37 Uhr)





Mittwoch, 20. Mai 2026

Inselhopping

Kleine Zeltreise

über Pfingsten

 

Die nächsten 5 Tage über Pfingsten werde ich unterwegs sein für ein kleines „Schmankerl“, das ich mir schon lange vorgenommen hatte: Ein Inselhopping über die dänischen Nordseeinseln Fanö, Mandö, Römö und dann hinüber nach Sylt.

Eine kleine Auszeit sozusagen! Die Wetterprognose ist positiv.

Ich werde mich also dann ab morgen hier auf dem Blog melden.

Bis dahin!

 

 


 

Dienstag, 5. Mai 2026

Explorertour

  

Von Lauenburg nach Lüneburg

 

Neulich war ich mit Ulli und Silke auf Explorertour; das sind Touren, die vorher abgeprüft werden, ob sie z.B. für eine angedachte Gruppe tauglich sind.

 

Wir starteten in Lauenburg - an sich schon eine Erkundung wert – auf die südliche Elbseite. Zuerst ein wenig entlang der Elbe ging es später nach Süden Richtung Lüneburg.

 

 



In St. Dionys fanden wir eine bemerkenswerte Einkehr mit Garten. Balagan: Sehr guter selbstgebackener Kuchen und eine kleine, interessante Karte – ideal für eine kleine Pause. Sehenswert auch die typisch norddeutsche Kirche.

 


 


 

Danach wurde dann die Route interessanter: zuerst ein Gravelweg und später der idyllische Ilmenauwanderweg entlang dem Flüsschen bis in die Lüneburger Innenstadt hinein.

 

 

  



 

In Lüneburg herrschte bei sonnigem Wetter Wochenendstimmung. Lüneburg ist für jeden, der es nicht kennt, absolut lohnend!

 

 


 



Zurück ging es dann durch ein Wäldchen und Feldwegen zum Elbe-Seitenkanal. Leichtes, motoverkehrsfreies Radeln wird einem geboten. Der Kanal selbst aber fräst sich durch die Landschaft und bietet dem Auge keine Abwechslung – mit einem Wort: langweilig!.

Zurück in Lauenburg auf der Brücke über die Elbe: Stau, an dem selbst wir Radfahrer nicht vorbeikamen. Da war Geduld gefragt.


 

Im Großen und Ganzen ist die Tour für die Gruppe durchgefallen: zu viel Radeln auf begleitendem Radweg entlang von Verbindungsstraßen und zu lange, langweilige Kanalstrecke.

 

58 km