Donnerstag, 9. Juli 2020

Blogawards


Blogawards 2020


Die Abstimmungen für den Blogaward sind vorüber und der Radreiseblog hat in seiner Kategorie den 10. Platz belegt.
Ein ganz beachtliches Ergebnis, wenn man bedenkt, dass ich ja den Blog nicht auf Sensationen ausgelegt habe. Mir ging und geht es nie darum, andere zu übertreffen oder größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzielen. Dann müsste ich ja die Inhalte darauf ausrichten: das will ich nicht.
Er bleibt mit seinem relativ hohen Anteil an Text ein Nischenprodukt....



Sonntag, 28. Juni 2020

Hamburger Erkundungen (56)


Schlemmerradeln (7)

Die Erkundungen für das Buch Schlemmerradeln werden erst im August fortgesetzt werden.
Aber die Folgende ist noch nachzutragen!



Von Harburg über Rönneburg und Hittfeld
nach Wörme und Sprötze

Diese Erkundung ist 43 km lang und nicht so gut aufgeteilt: sie hat die Einkehr im Restaurant „Lieblingsplatz“ schon nach 15 km.
Aber als Belohnung für das Weiterfahren kommt kurz vor dem Ende noch das attraktive Heidecafé „Schafstall“ in Wörme.

Verabredet am Bahnhof Harburg war ich mit Ekkehard, mit dem ich im letzten Jahr schon den Wilhelmsburgfilm gemacht hatte. In Coronazeiten fallen die Kontakte ja sporadischer aus. Nun aber – nach zwei wetterbedingten Verschiebungen – stand unserer gemeinsamen Ausfahrt nichts mehr entgegen.

Vom Bahnhof ging es entlang des Seevekanals in den Stadtteil Rönneburg und damit sehr plötzlich in hügeliges Gelände. 

 

Ich führte Ekkehard auch noch auf den Burgberg der ehemaligen Rönneburg und dann natürlich auch auf den Fuchsberg: eine Tour, die ich ja schon im April 2018 gemacht habe.






Hinter dem Waldstück in Fleestedt ging es dann auf neu zu erkundenden Pfaden.
Schöne Abschnitte folgten.






In Hittfeld mussten wir uns dann durch die Wohngebiete kämpfen. Eigentlich wurde es erst wieder hinter der Autobahn auf Lindhorst zu wieder ländlich.
Hinter dem Dorf waren wir auf einsamen Feldwegen. Einmal rechts abgebogen fuhren wir auf Helmstorf zu, an dessen Ortsrand Forellenteiche liegen und das Restaurant Lieblingsplatz mit seinen wunderschönen Außenanlagen. 




Ein sehr netter Platz zum Sitzen und sehr gute Speisen!


Nach der Mittagspause folgten wir weitgehend dem Seeveradweg, der zwar nicht ufernah verlief, aber sehr schön ruhig zwischen Feldern oder in Waldstücken – die Wegebeschaffenheit war gemischt, aber gut befahrbar.




Ab Jesteburg mussten wir die Straße nehmen mit einem eigenständig geführten, wunderbaren Radweg bis hinter Lüllau. 


Später bogen wir nach rechts wieder in die Feldmark ein, streiften die verfallene Seppenser Mühle und fuhren in Holm-Seppensen parallel zur Bahn nach Wörme. Hier legten wir eine ausgiebige Pause mit Kaffee und Torte im Café "Schafstall" ein.
Wörme liegt am Rande des Heidegebiets Büsenbachtal: ein wunderschönes Ausflugstal, das wir auf einem gekennzeichneten Weg – wenn auch etwas mühsam durch den weichen Untergrund – durchfuhren. 






Nach dem Verlassen des anschließenden Waldgebiets war es dann nicht mehr weit bis Sprötze, wo wir in den Metronom stiegen, der uns zurück zum Hauptbahnhof in Hamburg brachte.



Das Restaurant Lieblingsplatz
Das moderne Restaurant Lieblingsplatz liegt in Helmstorf – kurz hinter Hittfeld - , umgeben von Forellenteichen und einer weitläufigen, gepflegten Außenanlage. Es ist auch eine gern genutzte Location für Hochzeiten und sonstige große Feiern.


Sehr schön sitzt man auf der Terrasse mit Blick auf den Teich, die professionelle und freundliche Bedienung bringt sehr schnell Getränke und ein Amuse Gueule vorbei.


Man hat dann mit der interessanten Karte zu kämpfen, weil man sich ja leider für ein Gericht entscheiden muss. Mein Kompromiss war Bruscette zum Teilen und ein Fischcurry. 




Ekkehard hatte den Pannfisch mit Senfsoße: ein gängiges Gericht, hier perfekt gebraten und sehr lecker mit frischem Gemüse. 


Sehr erfrischend übrigens die Apfelsaftschorle mit naturtrübem Apelsaft von einem Nachbarhof, sehr gut gekühlt! Da fängt Qualität schon an!


Den interessanten Nachtisch sparten wir uns, denn wir hatten ja noch das Café vor uns.
Öffnungszeiten Do-So 12-22 Uhr
Reservierung empfiehlt sich





 
Café/ Restaurant Schafstall
Das Café/ Restaurant Schafstall am Eingang des Büsenbachtals ist tatsächlich in einem liebevoll restaurierten alten Schafstall untergebracht, umrundet von einem großen Bauerngarten, in dem man wunderbar sitzen kann. Für Kinder gibt es zahlreiche Spielmöglichkeiten. 




Wir waren nachmittags da und waren erschlagen von der Kuchen- und Tortenauswahl. Da musste man sich jetzt entscheiden.....




Öffnungszeiten Mo – Do ab 12 Uhr, Fr-So ab 11 Uhr


Freitag, 26. Juni 2020

Schlemmerradeln


Fotografiererlaubnis

Bevor ich die Innenräume eines Restaurants fotografiere, frage ich immer vorher um Erlaubnis und erkläre dabei, was ich damit vorhabe. Und ich versichere, dass – sollte es zum Druck der Fotos kommen – ich vorher noch eine pdf mit den Fotos schicken und um ein schriftliches Einverständnis bitten werde. Dies ist im besonderen Maße nötig, wenn Personen auf dem Bild zu sehen sind.
Trotzdem ist so ein Ansinnen natürlich etwas ungewöhnlich und wird beargwöhnt.
Man stelle sich folgendes vor:
Das steht ein älterer Herr in Radshorts und Rad-T-Shirt vor dem Restaurantchef/der Restaurantchefin, wohlmöglich noch mit Cap auf dem Kopf, und spricht von einem Radführer, den er schreiben will. Das ist ja schon ein bisschen ungewöhnlich. Dann will er auch noch Fotos machen... Er könnte ja etwas Schlechtes dabei herauskommen.
Für das Thema Schlemmerradeln gelingt es mir meist nicht klar zu machen, dass im Buch nur solche Einkehrmöglichkeiten erwähnt werden, die ich gut finde. Alle anderen finden ja gar nicht statt! Ich bin doch kein Restaurantkritiker.

Schwierig war es auch heute in der Fischerklause.
Ich hatte – um meine Glaubwürdigkeit zu unterstreichen - den ersten Band „Radtouren am Wasser“ in der Hand zum Vorzeigen, der jedoch kein Interesse fand. Die Chefin zeigte sich befremdet und abweisend, und war nicht besonders interessiert und gab ihr Einverständnis zum Fotografieren nur zögerlich und verlangte, dass ich vor dem Druck Text und Fotos vorlegen solle, damit sie ihn freigeben kann. Ich versicherte ihr, dass ich die Fotos auf jeden Fall schicken werde. Aber sie bestand auf Fotos und Text, um sie "freizugeben" (oder auch nicht?...).
Vielleicht möchte sie den Text noch selber schreiben? Ich glaube, das wird nichts.....
Deswegen verzichte ich dieses Mal auf die Innenfotos, sowohl hier im Blog als auch im Buch.

Ganz anders verlief es im Restaurant Engel neulich. Ich bekam am nächsten Morgen eine Dankesmail:
Moin Herr Rönneburg,
vielen Dank für Ihren Beitrag – ich habe den Artikel auch gerade bei uns auf der Facebook-Seite geteilt.
Bis zum nächsten Mal!

Lieben Gruß,

Hamburger Erkundungen (55)


Schlemmerradeln (6)
Von Mümmelmannsberg über Lütjensee nach Großhansdorf

Heute bin ich mit Johannes nach Lütjensee gefahren und habe das Restaurant Fischerklause besucht.
Wir fuhren mit der U2 bis zur Endstation Mümmelmannsberg. Gleich hinter der Bebauung ging es auf Parkwegen ins Grüne, das wir nur in Oststeinbek kurz verließen.
Über Gut Domhorst hangelten wir uns an der Glinder Au entlang bis zum Ende des Parks mit dem Glinder Mühlenteich: ein fantastischer Parcours mit nur wenig Holperwegen.

Weiden auf Gut Domhorst

Bahntrassen sind purer Genuss
Hinter diesem Park fängt dann das „Sahnestück“ an: der Bahntrassenweg nach Trittau.
Hier geht es fast meditativ unbelästigt vom Verkehr durch die Landschaft. Beschattet von Bäumen blickt man nach links und rechts auf die ruhige Landschaft mit Feldern, Wiesen und Weiden. Heute an diesem schönen Sommertag dufteten die Blumen am Wegesrand, gemähtes Gras schickte uns in die richtige Sommergenussstimmung.

der Bahntrassenweg: herrliches Rollen







In den Dörfern führte uns die Trasse hinter Gärten hindurch: wunderbar!
Als wir uns Lütjensee näherten, fuhren wir auf einem Damm durch einen lichten Buchenwald mit glitzernden Sonneninseln.
Das Mittagessen nahmen wir dann auf der Terrasse der Fischerklause direkt an der schilfigen Uferlinie ein: ein toller Platz.

 der Lütjensee

Gespannt war ich auf den geplanten Rückweg: den hatte ich nur auf der Landkarte herausgesucht. Bingo! Das waren noch einmal tolle 8 km, bis auf zwei Ortsteile Hoisdorfs durchgehend naturnah.

 der lauschige Jungfernstieg in Hoisdorf: Verbindungsweg zwischen zwei Ortsteilen

Wir kamen dann an der Endhaltestelle der U1 in Großhansdorf an und hatten dann eine gemütliche Rückfahrt, die im ersten Drittel landschaftlich ebenfalls sehr schön ist!
Mit 33 km haben wir uns nicht verausgabt: diese Strecke ist also auch für Ungeübte gut machbar.
Die schöne Natur, die ruhige Bahntrasse, die wunderbare Restaurantterrasse direkt am See, der schöne grüne Rückweg: diese Tour macht glücklich!
25 km plus 8 km


Das Restaurant Fischklause
Dieses Restaurant kenne ich schon seit meiner Kindheit: hierher fuhr mein Opa mit uns, meine Eltern führten uns hierher aus und noch der 80igste Geburtstag meiner Mutter wurde hier gefeiert: hier gab es gutbürgerliche Küche in vornehmem Ambiente.
Irgendwann kam Herr Retter dazu und die Speisen wurden moderner und interessanter.




 





keine Fotos vom Innenraum: siehe Post "Fotografiererlaubnis"



Die Lage am See ist einfach nur fantastisch: eine richtig schöne Ausflugslocation.
Wunderbar sitzt man dort draußen auf der Terrasse.  Auch innen – etwas erhöht – hat man einen wunderbaren Blick auf die Ruhe des Sees. Es gibt noch einen Bootsverleih und ein Grillhüttchen – quasi ein Imbiss für Ausflügler –, welches jetzt im Juni 2020 gerade eine Baustelle ist.
Die Preise der Speisen sind etwas höher angesiedelt, dafür sind die Teller sehr schön hergerichtet.

Die Speisen
Die Apfelschorle hätte bei den jetzigen Temperaturen wirklich besser gekühlt sein können.
Ich hatte ein Gaspacho mit frittierten Calamaretti: da war ich gespannt. Es war dann eher ein Ensemble als eine Komposition. Die Suppe war etwas flau: da ist noch Luft nach oben.


Als Hauptgang Kabeljaufilet mit Pfifferlingen und Schmorgurke: auch da war ich gespannt. Und der Teller gefiel mir sehr gut!
Die Gurke war gehobelt: eine gute Idee. Der perfekt gegarte Fisch lag auf feinem Püree umschmeichelt von einer leichten Sauce: sehr lecker! Die Pfifferlinge passten sich nicht so gut ein; aber ich esse unheimlich gern Pfifferlinge: so war mir das egal....


Johannes ist Wiener-Schnitzel-Fan

Der Service brauchte eine Weile - auch weil den Gästen wohl zum hundertsten Mal erklärt werden musste, wie das Procedere in Coronazeiten ist -, lief dann aber zur Hochform auf. 

Ein Nachtrag noch auf Bitten von Mitfahrer Johannes:
er ist einmal durch Unachtsamkeit gestürzt und zog sich Schürfwunden zu. Er ärgerte sich ein Loch in den Bauch, dass er erst vor kurzem das klitzekleine, leichtgewichtige Verbandszeugpäckchen aus der Ausrüstung herausgenommen hatte......

das lädierte Bein nach angemessener Behandlung zuhause....

Ich denke, dass das auch eine guter Reminder für uns alle ist!

Donnerstag, 25. Juni 2020

Hamburger Erkundungen (54)


Schlemmerradeln (5)

Eine kleine Hafenrundfahrt (17 km)

Schon am vergangenen Dienstag war ich mit Johannes zu einer kleinen Abendrunde unterwegs: durch die Hafencity zum ehemaligen Freihafen und über den Alten Elbtunnel zu den Landungsbrücken, wo wir beim Kultimbiss Brücke 10 die Abendstimmung genossen. Es war genau das richtige Wetter dafür und alles traf so ein, wie ich es mir erhofft hatte.
Wir starteten am Hauptbahnhof und fuhren in die Speicherstadt. Für Auswärtige: die historische Speicherstadt ist Weltkulturerbe!
Hier konnte ich mich gar nicht satt sehen an der Architektur - dazwischen immer Fleete (Kanäle) und Brücken. Am Parcours kann man noch ein wenig feilen, denn hier ist unbequemes Kopfsteinplaster.











In einem Bogen ging es zur Elbphilharmonie und dann an der Wasserseite über den Lohsepark und Baakenhafenpark zum noch im Bau befindlichen Ostteil der Hafencity.
Ich bin gespannt, wie es hier in ein paar Jahren aussehen wird. 

die Fähranlegerstation Elbphilharmonie

der Vorplatz der Elbphilharmonie

Blick vom Baakenhafenpark auf die Baustellen

der Baakenhafenpark ist schon fertig. Rundherum ist alles Baustelle!

Die Norderelbbrücke brachte uns dann in den ehemaligen Freihafen, der ja jetzt für alle zugänglich ist. Man muss sich klar machen, dass so ein Industriehafen ein riesiges Gewerbegebiet mit Wasseranschluss ist, was stellenweise öde sein kann. Ich finde aber trotzdem immer wieder viele reizvolle und überraschende Ecken in diesem Gebiet.

Blick in den Saalehafen

Puuh! Diesem schwankenden Ungetüm sind wir gerade noch einmal entkommen....

Blick auf den Grevenhofkanal

etagenhaushohe Containerstapel

 der schon oft bebilderte Blick von Steinwerder auf die Skyline der City

Der Alte Elbtunnel führte uns zurück auf die andere Seite.
Es war ein Werktag, sodass wir trotz coronamäßig ausgedünntem Platzangebot vor dem Imbiss einen Tisch ergattern konnten.
Und da nahm dann die Romantik ihren Lauf: der Blick aufs Wasser, die vorbeifahrenden Schiffe, die untergehende Sonne, die entspannte Stimmung und der Grauburgunder taten ihre Wirkung: ein toller Abend.

auf dem Ponton der Landungsbrücken bei Brücke 10




Und die nahe U-Bahn brachte uns Weinselige dann sicher nach Haus.

Der Fischbrötchenimbiss Brücke 10
Die Hamburger Landungsbrücken sind fast einen Kilometer lang und gepflastert mit kleinen Restaurants und Fischbrötchenimbissen. Warum dann der Fischbrötchenimbiss Brücke 10?
Es ist einmal die Lage:
er liegt am äußersten westlichen Rand und bietet einen unverstellten Blick auf die Elbe und die untergehende Sonne. Hier dünnt sich der Trubel auch etwas aus.
Und zweitens: die Frische!
Tatsächlich sind die Brötchen hier frisch gemacht, die Brötchen sind noch nicht lapschig, sonder kross! Das habe ich bisher noch nicht erlebt.
Diese beiden Punkte machen das gewisse Extra, was Brücke 10 berechtigterweise zum Kultimbiss erhebt.







für diese Abendstimmung sind wir gekommen!